Kapitel 2

Formelle Segregation

Es ist nun bereits meine zweite Woche bei CTEET (Kapstadts Environmental Education Trust) und ich kann zum Glück noch nicht behaupten, dass ich die täglichen Abläufe kenne. CTEET biete verschiede Programme für Gruppen ab 20 Personen an, welche sich in Länge und Themengebieten unterscheiden. Das Programm kann von einer Stunde bis zu drei Tagen dauern und Schwerpunkte in verschieden Themengebieten wie Wasser, Pflanze etc. oder nur Teambuildung enthalten.

  • Angenommen eine Schulklasse behandelt gerade in Erdkunde das Thema Kartographie und in Biologie Pflanzen und möchte gerne die Klassengemeinschaft stärken, so kann die Klasse z.B. für ein paar Tage im Camp (welches sich auf einer Insel im Reservat ) übernachten, den Teambuiling Parcour bewältigen, ein Kombinationsprogramm zum Thema Kartographie und einheimische Pflanzen machen und zum Abschluss noch eine Runde Dragenboat fahren.

In der ersten Woche hatten wir noch nicht so viel mit Kindern zu tun. Es hieß erstmal mit anfassen: Unkraut rupfen, die Dragenboats neu streichen und lackieren und viele andere Kleinigkeiten.
Trotz alledem lassen sich einige herausstechende Ereignisse festhalten:

  • Chameleons: In einem speziellen Busch, welchen wir einwenig stutzen mussten
  • Muizenberg: Wo wir nach der Arbeit an einem Abend hinfuhren
  • Gatsby: Eine Spezialität Kapstadts; Pommes, Spiegelei, Käse und Curry Ketchup in einem 1m langen Burgerbrötchen

Am Wochenende besuchten wir den Old Biscuit Mill market, das District 6 Museum und die Victoria & Alfred Waterfront.

Am Dienstag der zweiten Woche dürften wir dann endlich mit zu einem Programm. Da in Südafrika momentan heritage month ist behandelte das drei Stunden Programm die Völker San und Khoikhoi die den Süden Afrikas, vor Ankunft der Niederländer, bewohnten. In vier Stationen lernten die Kinder die Unterschiede zwischen San und Khoikhoi, deren Kleidung, die medizinisch genutzten Pflanzen und die Höhlenmalereien näher kennenlernten.
In drei Überstunden haben wir am Dienstag außerdem dabei geholfen das Kombiprogramm, welches ich im Beispiel genannt habe, fertig zu stellen und durfte es am Donnerstag dann gleich im Biodiversity Garden ausprobieren!

Ausprobieren durften wir auch unsere Gärtnerkünste. Jeder von uns hat im Garten ein eigenes kleines Quadrat in welchem jeder seine Gemüsesorte ansäen durfte/musste.

Neben den Projekten at CTEET und im Biodiversity Garden gibt es noch die Möglichkeit, dass Educator an die Schule kommen und dort z.B. Bäume pflanzen. Genau bei solch einem „outreach“, an einer muslimischen Jungenschule, dürfte ich am Mittwoch mithelfen. Nach einem Auflockerungsspiel und einer zehn minütigen Einführung zu den Themen: warum wir Bäume brauchen und der Klimaerwärmung durften die vierzig Jungen dann in ihrem Schulhof zwei Bäume pflanzen. Das war eine sehr interessante Erfahrung. Für uns Educater galt: Piercings (wozu auch Ohrringe zählen) herauszunehmen, die Haare der Frauen mit einem Tuch zu verdecken und im Klassenzimmer die Schuhe auszuziehen.

Die Arbeit mit den Kindern an den verschiedenen Orten ist zwar anstrengend und verlangt gutes Anpassungsvermögen allerdings macht sie mir persönlich viel mehr Spaß da die Kinder voller Überraschungen stecken.

  • Am Ende des Programmes am Dienstag sprang ein Junge meiner Gruppe bei einem kleinen abschließenden Tanz und sing Battle in den Spagat.

Schock Moment der ersten zwei Wochen:

In den Formularen zur Anmeldung der Gruppen muss nicht nur die Gesamtanzahl der Learner genannt werden. Es wir eine zusätzliche Aufgliederung der Learner in Scharz, coloured, Weiß und Indisch verlangt. 
Das einzige auf was ich bei meinen Nachforschungen gestoßen bin ist Ärgernis. - Keiner konnte mir sagen warum dies immernoch sein muss.

Am Wochenende ist wie immer keine Zeit um auszuruh´n.
Samstag stand für mich deshalb der erste Hike an. Eine Arbeitskollegin hat mich in ihre Wandergruppe aufgenommen und wir sind zusammen 5h flott und steil in und um Constantia gewandert. Anschließend wurde ich am Strand von Muizenberg abgeladen, wo ich mich mit den drei anderen traf (Zoe, Paula und Luisa). Außerdem stieß Hannah, ebenfalls eine deutsche Freiwillige die mit Paula und mir bei CTEET mithilft, zu uns und wir stürzten uns nacheinander, damit immer jemand auf unsere Sachen aufpassen konnte, in die angeblich nicht ganz so eiskalten Fluten des False Bays. Erfrischt ging es am Abend dann noch zum Finale des Kapstadter Poetry Slams. Die Idee war gut, jedoch gab es da doch noch einen unerwarteten Hacken: die Sprache. Nur ca. 25% der Slams waren auf Englisch - der Rest der Slams waren entweder in isiZulu oder isiXhosa. Trotzdem eine sehr interessante Erfahrung!
Sonntag stand dann das Erklimmen des Tafelbergs (mit Muskelkater) durch Platteklip Gorge auf dem Programm. Auf unserem Weg, durch Platteklip Gorge, nach oben bewunderten wir die riesige Pflanzenvielfalt Südafrikas und wie lang sich solch ein steiler Aufstieg in die Länge ziehen kann. Endlich oben angekommen hatten wir eine sehr windige aber klare Sicht auf Kapstadt und den so klein wirkenden Lionshead (sieh dir doch mal meine Werke zur Verbildlichung an!). Unter dem heulenden Sirenenalarm (wegen des starken Winds) traten wir dann, nach Absprache mit dem Personal der Seilbahn, unseren Abstieg an.
Das nenne ich eine aktive Wochenendgestalltung.

In der kommenden Woche ist mein erstes Camp… stay updated!

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